Mein Leben 
als Arbeitsfindende

Entwicklung braucht Reibung

In letzter Zeit kommt in mir häufig eine Erinnerung aus dem Gymnasium hoch. Eine Erfahrung, die heute weniger Erinnerung als viel mehr Wegmarke ist. 

Die Wegmarke

Als Sprachentalent und -liebhaberin gehörten Aufsätze zu meiner Lieblingsdisziplin. Und ich konnte damit auch immer meine Gesamtnoten aufbessern. 5+ war mein Standard. Bis zu diesem ersten Aufsatz im Gymnasium. 

Die ganze Klasse war ungenügend bis auf unser Genie. Und selbst sie hatte nur eine 4.5. Während meine Kolleginnen (Mädchenklasse) teilweise richtig sauer waren und über den Lehrer herzogen, wurde ich still. 

Ich las mir seine Kommentare durch, hörte ihm ganz aufmerksam zu, dachte nach und erkannte, wie viel Potenzial da eigentlich drin steckt. Und dann entschied ich: challenge accepted.

Ich muss nicht beschreiben, wie stolz ich war, als ich irgendwann eine 5.5 nach Hause brachte. Das Lob des Lehrers: aufrichtige Anerkennung. Vor allem aber war ich stolz darauf, wie ich mich entwickelt hatte. Ich konnte kaum fassen, wie ich mich jemals mit weniger zufrieden geben konnte. Die neue Latte war gesetzt und vermutlich auch die Demut gelernt. 

Reibung als Rezept

Die letzten sechs Jahre war ich immer wieder in einem Umfeld unterwegs, in dem ich Texte, Beiträge, Ideen als Vorgesetzte zu beurteilen hatte. Und da war ich nun, Jahre später und immer auf der Suche nach der Verbesserung oder Optimierung, noch schärfer, noch direkter, noch zugänglicher. 

Mein Ziel: das Gegenüber wachsen lassen, dem Publikum Mehrwert bieten, die Geschichte fliegen lassen. Auch ich erfuhr Ablehnung. Nicht alle konnten mit dieser Reibung umgehen – manche schafften es nach einer Gewöhnungsphase. Doch da ist auch Dankbarkeit. Dafür, dass ich nicht einfach war und sie dadurch lernen konnten. Und das ist der schönste Lohn überhaupt. 

Reibung aus Haltung

Jüngst bin ich wieder in einem Umfeld, das nicht so gut mit meiner Reibung klar kommt. Und weil ich nur sporadisch da bin, kann ich das nur schlecht auffangen. Doch, muss ich das überhaupt?

Wieder dachte ich an meinen Lehrer. Jetzt fiel mir eine Nuance auf, die ich damals noch nicht verstand. Ja, er war hart im Urteil. Ja, er setzte die Latte hoch. Aber: Er machte es auf eine ruhige, selbstüberzeugte Art. Da war Haltung. Vermutlich fiel es mir deshalb leicht, das anzunehmen. Weil ich verstand, dass da mehr dahinter ist als blosses Ego.

Und heute? Heute merke ich selber, dass ich inhaltlich zwar korrekt unterwegs bin. Aber es stimmt nicht mit meinem Innenleben überein. In mir drin frage ich mich verzweifelt: Wie kann ich die Person dazu bringen, das zu verstehen, ohne verletzt zu sein? Diese Unsicherheit, dieses Zweifeln übertrage ich unbewusst auf mein Gegenüber. Und die Stimmung kippt.

Und jetzt? Ich mache es wie mein Lehrer. Meine Latte ist Haltung. Ich ruhe in mir. Und siehe da: plötzlich beruhigen sich die Wogen auch im Aussen, obwohl ich nichts anderes mache oder sage. Der einzige Unterschied: Ich bin 100% meine Rückmeldung. 

Und dann frage ich mich:
Wieso haben wir als Gesellschaft die Angewohnheit, so viel Reibung aus dem Weg zu schaffen? 

Entwicklung entsteht selten im glatten Wasser.
Das Wasser findet seinen Weg – wenn es weiterfliessen will.

Aha-Moment einer starken Frau

Es gibt diesen einen Satz: Die grösste Entwicklung passiert, wenn man am Boden ist.
Diese Woche war ich am Boden. Und: Es hat etwas in mir bewegt und gelöst.

Der Kern

Schon als junges Mädchen habe ich meinem Spiegelbild gesagt:
«Egal, was passiert: Erst wenn du dir selber nicht mehr in die Augen schauen kannst, hast du ein Problem.»
 
Meine Welt wird getragen von einem salomonischen Gerechtigkeitssinn. Der Liebe zum Menschen, der Liebe zum Wissen. Authentizität. Offenheit. You name it.
Für den Journalismus eine gute Voraussetzung.


Ich habe mir immer erlaubt, eigen zu sein – im Kern. Frau, Mann, gross, klein, dick, dünn: Hauptsache Mensch. In den unterschiedlichsten Facetten. Da ist Leben. Für mich. 

Doch wer eigen ist und es zelebriert, eckt an. 
Meine offene, humanistische Einstellung kam deshalb nicht ohne Preis.

Die Konsequenz

Was ich lange nicht verstanden habe:
Meine Fähigkeit, Menschen, Systeme und Machtstrukturen schnell zu lesen, war nicht nur Talent.

Sie war auch Überlebensstrategie.

Wer eigen ist, lernt früh zu scannen.
Zu verstehen, bevor andere verstehen.
Zu argumentieren, bevor andere angreifen.

Ich dachte lange, mein «Frühwarnsystem» sei einfach Klarheit.
Heute weiss ich: Es war vor allem eine Strategie, mir einen sicheren Hafen zu schaffen. Doch das ist nur die Innenseite der Medaille. Es gibt auch noch eine Aussenseite. Und die ist nicht ohne.

Die Erkenntnis

Nehmen wir die positive Seite vorweg: Mein «Frühwarnsystem» war für mich als Strategin, als Transformationsbegleiterin, als Führungsperson ein grosses Talent. Aber:

Wer schnell denkt, tief analysiert und direkt spiegelt, kann – trotz guter Intention – als Bedrohung wirken.

Ein Punkt, der eine Person wie mich, die sich stark selbstreflektiert, immer wieder fast verzweifeln liess (the struggle is real). Ich fühlte mich fehlinterpretiert oder noch schlimmer: einfach interpretiert. Und dadurch auch etwas entmachtet.

Mein Kern sagte mir:

Ich bin nicht falsch.
Ich bin nicht zu viel.

Und dann kam die Erkenntnis:

Aber ich trage Wirkung. 

Mein «Frühwarnsystem» ist auch eine Form von Macht. Und Macht braucht Timing und Dosierung, damit sie nicht kippt.


Stärke ist nicht, alles sofort auszusprechen.
Stärke ist, zu wählen, wann.

Ich muss mich nicht kleiner machen. Aber ich darf weicher werden.

Und vielleicht ist das die ehrlichste Form von Stärke.

Nicht Job sondern Rolle

Kann man eigentlich ohne Aufgabe sein Profil schärfen? Unbedingt. Erst wenn man mal durchatmet – freiwillig oder nicht – kann man zurückschauen, hineinschauen, verarbeiten, festigen und dann vorwärts gehen.

Es ist wie mit einem Unternehmen in der Transformationsphase. Statt wie ein aufgeschrecktes Huhn mit den Flügeln zu schlagen, sollte man innehalten und die richtigen Fragen stellen. Offen sein, zuhören und analysieren – nicht nur mit Verstand. Sondern auch mit Herz und Bauch. Und zwar radikal ehrlich. Denn erst dann kommt man dem Kern näher. Dem Kern des Produkts. Dem Kern der Kundschaft.

Lösgelöst von Ideen, Visionen und Aufgaben gelingt es einem hinzuschauen, wo es wirklich weh tut und wo es leuchtet. Und wenn man diesen Kern erst mal herausgeschält hat, läuft es wie von alleine... Nein, tut es nicht. Aber, man hat das Fundament geschaffen. Ein solides, starkes Fundament. Und darauf kann man jetzt aufbauen – und allenfalls auch wieder zurückbauen. Aber nie komplett.

Ich habe in diesem Jahr mein Fundament freigelegt. Es zeigt sich, dass vieles schon immer da war. Und ich weiss jetzt auch genau, wieso es mir so schwer fällt die folgende Frage zu beantworten: Welcher Job schwebt dir vor?

Ich bin nicht mehr auf der Suche nach einem Job in einer Branche. Ich suche eine Rolle, in der mein Fundament zum Tragen kommt und in der ich meinen Gestaltungswillen ausleben kann. Nicht für mich. Für die Sache, das Produkt, den Menschen. Denn nur dann bin ich in meinem Kern: Philosophie und Humanismus. Bei der Liebe zur Weisheit und zum Menschen. Das ist mein Kern, meine Antrieb, mein Kompass. Es bestimmt mein Handeln, mein Denken, meine Aktion.

Doch egal an welchem Punkt man gerade steht: «Schnuufe nöd vergässe!» 😊


PS: Die Website hat einen Refresh erfahren. Noch ist nicht alles perfekt, aber sie ist jetzt viel mehr ich.

Privileg oder hart erarbeitet?

Vergangene Woche habe ich meinen ersten Talk moderiert. Noch nie zuvor war ich in so einer Situation – nicht hinter, geschweige denn vor der Kamera. Am Freitag den ersten Gast fixiert, übers Wochenende eingelesen, drei Datawrapper-Locator-Karten gebaut, am Montag den zweiten Gast fixiert. Alles irgendwie nebenher.

So nervös war ich schon ewig nicht mehr. Ich dachte, ich könnte die zwei, drei Stunden vor dem Talk für Moderationskarten nutzen. Da wusste ich noch nicht, dass die Regie ein Talk-Skript braucht. Also floss die Zeit ins Skript und in ein paar last-minute-Organisationen:
Welches der fünf, sechs (!) Outfits soll’s werden? (Danke, liebe Kollegin ❤️)
Welche Zeiten werden mir kommuniziert? Welche Durchsagen gibt’s?
Den Moderationskollegen um last-minute-Tipps gebeten.

Den groben Ablauf hatte ich – und die Infos, die zwingend auf die Karten sollten. Es reichte dann aber nur fürs ungefähre Skript; nach hinten etwas loser. Das war denn auch genau das, was auf meinen Karten landete: Ablauf, kaum Fragen.
Ca. eine Stunde bevor es losging: meine Hände zitterten, mein ganzer Körper kribbelte, meine Stimmbänder fühlten sich eng an. «Ruhig Brauner!»
Und dann tat ich das, was ich jahrelang als VJ tat: Egal wie, etwas muss über den Sender. Also fokussierte ich auf das Machen.

Die Sendung war eine Voraufzeichnung, ja. Aber bis auf zwei Anläufe beim Start und drei beim Teaser war es ein Durchmarsch.
Aktives Zuhören, spontan reagieren, Wissen im Hinterkopf, schnelles, vernetztes Denken – all das habe ich als VJ trainiert. Es war diese Basis, die mich durch dieses neue Erlebnis trug. Nach einem nervösen Start konnte ich einfach ich sein. Und das war enorm entspannend.

Erst dachte ich: Ich bin privilegiert. Bin ich das? Ja – und nein.
Ja, meine 8,5 Jahre TeleZüri haben mich geprägt, und mein Name sagt einigen etwas.
Nein, es war nie geradeaus: drei Anläufe (Blindbewerbungen), bis ich als VJ zu TeleZüri kam. Und auch bei TELE TOP wurde ich nicht sofort mit Kusshand genommen. Im Gegenteil: Nach dem ersten Bewerbungsgespräch, damals noch mit Günter Heuberger, bekam ich eine Absage. Nur um dann im Jahr 2020 die Chefredaktion für zweieinhalb Jahre zu übernehmen.

Privileg wird erst tragfähig, wenn man es sich erarbeitet. Rückschläge, zweite und dritte Anläufe, dazwischen liegen Monate oder Jahre. Der Talk war kein Zufall – er war die Summe davon. Darauf bin ich stolz.

Wie ein alter Diesel im Winter

Gerade noch schrieb ich, wie ich mich die letzten Wochen zurückgezogen habe und dann das: Dienstagmorgen Einführung in die Arbeitsmarktmassnahme, Dienstagnachmittag schon wieder bei TELE TOP in die Abläufe des Chefs vom Dienst eingetaucht.

Grundsätzlich freue ich mich, dass wieder Bewegung drin ist. Dass ich nicht händeringend nach Beschäftigung suchen muss. Aber der Start diese Woche war dann doch etwas kalt. Und mein Motor ist ja nicht gerade der jüngste. 🤭 Ein Nachteil? Oder ein Vorteil?

Sagen wir mal so: Die Erfahrung im Journalismus und in der Teamleitung helfen enorm. Man gewöhnt sich schneller an ein neues Team, andere Ressourcen, andere Abläufe – sogar bei harziger Newslage. Dazu braucht es natürlich ein Team, das sich auf die Fahrt mit ungewissem Ziel einlässt (danke dafür ❤️).  Und es braucht eine Teamleiterin, die sich nicht gleich aus der Bahn bringen lässt, die ruhig bleibt und pragmatisch entscheidet. Dass ich das kann, weiss ich.

Reibungslos war es trotzdem nicht – eher wie ein alter Diesel im Winter: Erst rattert es, dann wird es warm, dann läuft er. Je mehr Kilometer wir gemeinsam gemacht haben, desto geschmeidiger wurde es.

Das schönste daran: Diese Aufgabe gibt auch mir wieder die Möglichkeit zu lernen – durch aktives Zuhören, Beobachten und Reflektieren. Nicht zwingend journalistisch, aber menschlich.

Die Talente der Jungjournalistinnen zu erkennen wie auch ihre Lücken und dabei zu helfen, diese zu schliessen, treibt meinen Motor an. Journalismus sind ca. 30 % Handwerk (recherchieren, verständlich und spannend erzählen), 50 % Erfahrung (Leben & Beruf), 15 % geistige Offenheit und 5 % Leidenschaft. Die Erfahrung müssen sie selber machen - bei den restlichen 50 Prozent, kann ich sie in meinem Wagen ein Stück mitnehmen. (Angaben ohne Gewähr 😉)

PS:
Auch wenn Chad es im Bild suggeriert: Nein, ich date nicht.
🤭 Dafür habe ich weder Zeit noch Nerven. 

Vom Aussen nach Innen

Letzthin fiel mir auf LinkedIn auf, dass sich einige Menschen immer wieder auf meiner Page blicken lassen. Gwundrig wie ich bin, konfrontierte ich sie damit und fragte: «Was schneuggisch? 👀🤭»

Und dann kam eine Antwort, die mich überraschte: «Ich will sehen, ob du wieder einen neuen Blog-Eintrag hast.» Ich bin auch Journi. Ich weiss, dass sich manche Kolleg:Innen fragen, wieso ich noch keinen Job habe und wo es mich hinzieht. Doch ich habe mitgespielt und versprochen, dass ich meine treusten Fans sehr gerne beliefere.

Ja, es wurde still um mich. Das hat mehrere Gründe:

  • Ich habe LinkedIn besser verstanden. Zu viel Ego-Boost wird abgestraft. Meine Blogeinträge nutzte ich am Ende ja genau dafür. Also änderte meine Perspektive vom konstanten Senden zum Kommentieren, Liken und Empowern.


  • Es wurde mir zu laut. Ich bin nicht der Typ Marktschreier. Ich brauche auch immer wieder Phasen der Ruhe, Einkehr und Reflexion.


  • Mein Fokus richtete sich nach innen auf ein privates Projekt. Ich habe die Phase für etwas genutzt, was einige während Corona geschafft haben: Mein Zuhause nach Marie Kondo strukturiert und aufgeräumt, inklusive zum ersten Mal in meinem Leben einen Schrank abgebeizt. 


  • Ausserdem hatte ich während drei Wochen Besuch von meiner Mutter – das legt mein Leben meistens etwas auf Eis. Und gleichzeitig nahm ich an einer Arbeitsmarktmassnahme teil – ein Bewerbungskurs für Hochqualifizierte. 


Ich konnte die Zeit aber auch nutzen, um eine kreative Idee gedeihen zu lassen, die so ganz ich ist. Sobald sie spruchreif ist, wird es bestimmt wieder einen Blogeintrag geben. Bis es soweit ist, wird es hier wohl erst wieder ruhig werden. Denn ich starte bald mit der nächsten Arbeitsmarktmassnahme und einem Zwischenverdienst.

Qualifikation ist mehr als nur Theorie

Ich erinnere mich noch gut: Bevor ich mein Journalismus-Studium begann, deckte ich mich mit einigen Büchern ein. Darunter eines zu Videojournalismus. Voller Elan fing ich an, es zu lesen. Doch dann stellte ich fest: Die Ideen sind ja gut, aber wie wende ich das an? Ich verstand, dass ich nichts verstand.

Einige Jahre später – ich hatte das Studium hinter mir und auch den einen oder anderen VJ-Job – nahm ich das Buch wieder zur Hand. Und siehe da: Ich verstand. Die praktische Erfahrung hatte mir geholfen, die Theorie dahinter zu erkennen.

Ja, es braucht Grundwissen, um im Beruf zu bestehen. Aber Theorie ohne Denken und Gespür für die Umsetzung bleibt graue Theorie. Du kannst tausend Kurse und Ausbildungen absolvieren und dir Schablone für Schablone aneignen. Sie nutzen dir nichts, wenn du sie nicht lebendig machen kannst.
(Auch das habe ich oft erlebt. Aber: that's not my story to tell.)

Meine Geschichte: Als vielseitig interessierter Mensch mit einem guten Gespür für Teamdynamiken, Storytelling, Zielgruppen und Themen, forme ich Schablonen so, dass sie das Beste aus allem und allen herausholen. Ohne Scheuklappen. Mit dem Mut eine Theorie oder Idee auch mal zu hinterfragen, zu prüfen. Weil ich nicht festgefahren bin. Weil freies Denken grenzenlos ist. Und das, meine Lieben, das ist echte Qualifikation

Plädoyer für ein bisschen mehr Rock'n'Roll im Arbeitsleben

Kürzlich habe ich ein altes Hobby wiederbelebt: Gesang. Immer wieder stand ich mit Coverbands auf der Bühne – zuletzt vor vier Jahren. Damals war die Luft raus. Jetzt ist die Lust zurück.

Fast wie bei der Jobsuche habe ich eine neue Band gesucht. Zuerst: Wo findet man Gruppen, die eine Sängerin suchen? Ich klapperte diverse Plattformen ab, erstellte Suchanzeigen. Zu zwei Bands gab es einen Erstkontakt, wir klärten die Basics – dann stand das Vorsingen an.

Am Montag vor einer Woche war es so weit: Rock-Funk-Blues, erste Probe. Einige Songs waren echte Herausforderungen. Der Gitarrist wünschte sich «Me and Bobby McGee» von Janis Joplin – kannte ich aktiv nicht. Ich wollte den Wunsch trotzdem erfüllen und habe mich reingekniet. Diesen und andere Songs bereitete ich für die Session vor. (Für Neugierige: Hier geht’s zu einer kleinen Hörprobe der Session.)

Es war grossartig. Die Band ist hörbar aufeinander eingespielt. Ich liess mich davon nicht einschüchtern und habe durchgezogen – auch Bobby McGee. Ja, da braucht es noch Übung, aber ich bin stolz.

Das Beste: Für beide Seiten war es ein Match. Ich werde künftig wieder Teil einer Band sein und freue mich auf die Auftritte. Weil es einfach gut tut.

Und im Stillen denke ich: Wie schön wäre es, wenn Bewerbungsrunden so liefen wie Band-Vorspielen. Du bekommst ein Set, bereitest dich vor und zeigst deine Performance. Ich wette, auch dort gäbe es öfter diesen Instant-Match.




Bewerben nagt an der Würde

Offiziell bin ich erst seit Anfang August ohne Stelle. In Wahrheit bin ich schon im vierten Monat des Bewerbungsprozesses. Und nicht jeden Tag gelingt es mir, zuversichtlich und präsent zu sein.

Butter bei die Fische: Sich immer wieder ins beste Licht zu stellen, zu lächeln, sich wie ein Stück Ware anzupreisen – und dann das Warten. Das nagt an der Würde.

Jede Bewerbung kostet Energie, die man im Voraus gibt, ohne zu wissen, ob etwas zurückkommt. Besonders entwürdigend sind unpersönliche, automatische Absagen. Ja, bei grossen Arbeitgebern mit vielen Bewerbungen ist das verständlich – es nagt trotzdem.

Und doch: Auch das gehört dazu. Es gibt Tage, an denen man sich verkriechen möchte – unter die Decke, in den Erdboden, in Luft auflösen. Dann hilft es, den Prozess kurz ruhen zu lassen. 

Nicht auf LinkedIn schauen, wo man kommentieren könnte. Nicht prüfen, ob neue Stellen online sind. Nicht netzwerken. Einfach sein.

Faul? Mitnichten. Es geht auch beim Bewerben um Work-Life-Balance.

Ich poste an Wochenenden ziemlich gezielt nichts und geniesse das Leben. Ab Montag starte ich wieder mit Elan: scannen, kommentieren, bewerben. Das macht mich widerstandsfähig – und hält meine Würde beisammen. <3




Kein Schaf. Leitwölfin.

Wenn du jemanden suchst, der brav Prozesse abarbeitet und mitläuft, bin ich die Falsche.

Ich bin eine Leitwölfin: Ich setze Rahmen, gebe Richtung, schütze mein Team – und übernehme Verantwortung, wenn sie liegen bleibt.

Wie sich das anfühlt (und nicht anhört):
Ich führe nicht mit Lautstärke, sondern mit Klarheit. Nicht mit Eitelkeit, sondern mit Wirkung. Führung heisst für mich: das Feld lesen, Prioritäten setzen, andere stark machen und entscheiden, wenn’s zählt.

Mein Führungsprinzip in 6 Punkten

  1. Rahmen statt Mikromanagement. Erwartungen, Ziele, Spielregeln – dann Luft zum Atmen.
  2. Richtung durch Sinn. Warum tun wir das? Wenn das klar ist, stimmt die Energie.
  3. Fokus vor Fülle. Weniger Output, mehr Wirkung.
  4. Rückendeckung. Ich stehe vor mein Team – und hinter jeder Entscheidung, die wir sauber vorbereitet haben.
  5. Coaching statt Korrekturblick. Die richtigen Fragen, nicht die lautesten Antworten.
  6. Entscheiden unter Druck. Unklarheit frisst Zeit. Ich entscheide, lerne, justiere.


Wo ich am besten wirke

  • In Umgebungen, die Wirkung über Vanity-Metriken stellen.
  • In Teams, die lernen wollen – nicht nur liefern.
  • In Organisationen, die genug Mut haben, Altlasten loszulassen.


Was ich nicht mache

  • Kosmetik an Symptomen.
  • «Mehr vom Gleichen», nur lauter.
  • Führung als Eitelkeitsprojekt.


Ich bin keine, die man «verwaltet». Ich bin eine, die vorangeht – mit analytischem Verstand, Herz und Intuition im richtigen Mass.

Wenn du Führung suchst, die Ergebnisse erzeugt und Menschen stärkt: Lass uns reden.

Unsichtbare Superkräfte sichtbar machen

Heute ist ein Tag, an dem ich spüre, dass ich wütend bin. Ja, wütend. Und zwar auf mich selber. Wieso?

Ich habe es verpasst, meine Superkräfte sichtbar zu machen. Messbar. Und das scheint mir heute wie ein überdimensionaler Findling den Weg zu versperren.

Aktuell verbringe ich einen grossen Teil meiner Zeit auf LinkedIn. In meiner Bubble tauchen viele Coaches auf und ich lese mir ihre Inputs mit viel Neugier durch. Dabei wird mir klar: Ich lag mit vielem richtig – nur habe ich es zu selten belegt. Das ist kein Fähigkeits-, sondern ein Beweis-Problem.

Man muss mich also quasi erleben, um meine Fähigkeiten zu erkennen. Oder geht es auch anders?
Meine Superkräfte: analytischer Verstand, Herz, Intuition. In der richtigen Mischung. So finde ich schnell Kurskorrekturen, die Wirkung haben. Ab heute halte ich diese Wirkung fest. 


Darum gibt es neu meine Case-Cards: 
kurz, klar.
Problem → Ansatz → Ergebnis
Viel Vergnügen beim Stöbern.

Die Stunde der Wahrheit

Ja, Selbstwahrnehmung ist wichtig. Aber ein Team funktioniert nur, wenn das, was man transportiert auch ankommt. Deshalb habe ich als Vorgesetzte regelmässig aktiv nach Feedback gefragt. Mir von meinen Mitarbeitenden den Spiegel vorhalten lassen. Auch um zu erkennen, ob ich etwas anders gesehen habe oder gar übersehen habe. Um gegebenenfalls zu handeln.

Ein Arbeitszeugnis ist auch eine Art Spiegel. Doch es folgt klaren Regeln und entsteht selten aus reiner Freiwilligkeit. Deswegen habe ich ehemalige Mitarbeitende gebeten, mir ganz direkt zu sagen: Wie haben sie die Zusammenarbeit erlebt? Was ist ihnen hängen geblieben? Was haben sie besonders geschätzt.

Ganz ehrlich: Die Antworten haben mich zutiefst berührt. Zu lesen, dass genau das ankam, was mir wichtig war, dass meine Inputs sie wachsen liessen - das ist für mich wertvoller als jede Lohnerhöhung und jedes Lob von oben.

Dafür lohnt es sich, morgens aufzustehen und abends länger zu bleiben.

Hier geht's zu den Testimonials.

Rückschau - was ist geblieben?

Auch meine letzten Jahre im Journalismus waren geprägt von Veränderung. Oft war ich an der Front mit dabei. Was mir aus dieser Zeit besonders geblieben ist, ist folgendes:

Mitarbeitende lassen sich inspirieren, wenn man sie wahrhaftig abholt und ihnen zuhört sowie einen Rahmen schafft, in dem sie sich einbringen können. 

Als Vorgesetzte steht man wie ein Coach am Spielfeldrand: den Überblick behalten, Machbarkeiten prüfen, Leitlinien vorgeben und offen kommunizieren über das Wie, Wo und Wann. Die Schwachstellen im Team erkennen und Massnahmen entwickeln, die es dem Individuum erlauben zu wachsen.

Genau solche Momente waren es in den letzten vier Jahren, die mich beflügelt haben. Zu sehen, wie eine Mitarbeitende sich an eine Herausforderung heranwagt, weil ich ihr eine enge Begleitung angeboten habe. Die richtigen und wichtigen Fragen stellen, damit Mitarbeitende selber auf die Lösung kommen. Entscheidungen zu treffen, um ein Projekt, ein Thema voranzubringen. Mut haben, auch mal falsch zu liegen und dazu zu stehen.

Wer authentisch ist, lebt freier.

Aber, ich kann ja viel schreiben. Noch stärker werden die Testimonials ehemaliger Kolleginnen und Kollegen sein, die ich asap hier aufschalte.

Es gilt ernst

Jetzt läuft der harte Countdown: Seit dem 1. August bin ich offiziell ohne Arbeitsstelle. Kein Grund zur Besorgnis, weil ich daran glaube, dass da etwas Gutes kommt - für mich und vielleicht auch für dich.

Ich habe mich entschieden, meinen Weg der beruflichen Neuausrichtung in einem Blog zu dokumentieren. Weil: Kommunikation ist nun mal mein Ding. Ausserdem kann ich so regelmässig LinkedIn-Posts absetzen und bleibe sichtbar. 😊

Und weil es hilft, mir eine Struktur zu geben in dieser suchenden, offenen Phase.

Ich habe keine Ahnung, wo die Reise hingeht. Aber ich habe Lust, sie anzutreten. Magst du mich begleiten?

Die Bilder sind übrigens eine gemeinsame Kreation von mir und Chad, wie ich ChatGPT mittlerweile nenne. Mit den üblichen Schwächen der AI bezüglich Konstanz in Details.

Aller Anfang ist mutig!

Den sicheren Job aufgeben, um das zu finden, was mich wirklich erfüllt?

Das habe ich nun zum zweiten Mal getan. Die letzten zwei Monate bestanden aus Networking und Bewerben. Noch gab es keinen Match. Trotzdem ist viel passiert.

Ich weiss heute besser denn je, wo meine Stärken liegen und was mir wirklich wichtig ist: Wirkung, Sinn, gute Führung und echte Zusammenarbeit.

Jetzt suche ich einen Partner in crime, der bereit ist in flexiblen Lösungen zu denken, sein Team zu motivieren und dabei auch noch gesellschaftlich Sinn stiftet.

Was ich mitbringe
🌀 Führungskompetenz mit Feingefühl
✨ Motivierende Ansätze & einen grossen Erfahrungsschatz
🧠 Analytisches, strategisches Denken
💡 Innovationscharakter & Transformationserfahrung
🔥 Einen kühlen Kopf, wenn’s mal heiss zu und her geht